ECN-/STP-Forex-Broker

Verfasst von Miro Nikolov
Miro Nikolov ist Mitbegründer von TradingPedia.com und BestBrokers.com. Seine Mission ist es, Menschen dabei zu helfen, rentable Investitionen zu tätigen, indem er ihnen Zugang zu Bildungsressourcen und Analysewerkzeugen verschafft.
, | Übersetzt von Afggen Butt
Afggen Butt ist ein erfahrener Redakteur und Übersetzer mit besonderem Fokus auf Investitionen, Finanzmärkte und Kryptowährungen. In seiner Arbeit verbindet er sprachliche Präzision mit einem ausgeprägten Verständnis für komplexe Finanzthemen, um Inhalte klar, fundiert und für ein deutschsprachiges Publikum verständlich aufzubereiten.
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Es gibt drei Haupttypen von Brokern: Market Maker, ECN und STP. Jeder dieser Typen hat seine Vor- und Nachteile, und unerfahrene Trader haben oft Schwierigkeiten festzustellen, welcher Broker am besten zu ihren Bedürfnissen passt.

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Market Maker sind sehr beliebt, gehören aber auch zu den ungünstigsten Broker-Typen, weil sie profitieren, wenn Sie verlieren – und umgekehrt. Wenn Sie mit seriösen, vertrauenswürdigen und kundenfreundlichen Brokern arbeiten möchten, sollten Sie sich auf ECN oder STP-Broker konzentrieren.

In diesem Artikel erfahren Sie, worin sich STP- und ECN-Broker unterscheiden und warum sie gegenüber Market Makern vorteilhafter sein können. Außerdem betrachten wir eine neue Art hybrider Broker, die diese beiden Modelle kombinieren, und erläutern die wichtigsten Vorteile, die STP- und ECN-Trading Anlegern bieten können.

Wichtig: Wenn Sie einen Broker auswählen, der vorgibt, ein ECN- oder STP-Broker zu sein, sollten Sie dessen regulatorischen Status immer überprüfen und das Kleingedruckte lesen. Manche Unternehmen vermarkten sich als „ECN“, leiten Retail-Orders jedoch über ein internes Dealing Desk und agieren damit faktisch als Market Maker. Vergewissern Sie sich, dass die Orderausführung ohne Dealing Desk erfolgt, die Spreads variabel sind und die Kommissionen im Voraus offengelegt werden. Eine gründliche Prüfung kann Sie vor versteckten Kosten und potenziellen Interessenkonflikten bewahren.

Wie No-Dealing-Desk-Broker funktionieren

how no dealing desk works

Auf dem Forex-Markt gibt es zwei Hauptkategorien von Brokern, von denen die erste die sogenannten Dealing-Desk-(DD)-Broker umfasst, die auch als Market Maker bekannt sind. Wie der Name bereits andeutet, „machen“ solche Brokerhäuser den Markt, indem sie die Bid-Ask-Spreads über ihre Dealing Desks festlegen.

Die Orders der Kunden werden aufgrund des eingebauten Spreads, der DD-Brokern einen Gewinn sichert, nie zu den exakten Marktpreisen gestellt. Eine weitere Besonderheit von Market Makern besteht darin, dass sie mitunter Requotes erteilen, weil die Orders der Kunden nicht direkt an den Interbankenmarkt weitergeleitet werden.

Der Market Maker entscheidet je nach Faktoren wie Volatilität und Nachrichtenlage, ob er die Order eines Kunden annimmt oder ablehnt. Im Idealfall werden Ihre Positionen mit denen anderer Kunden gegeneinander ausgeglichen. Ist dies jedoch nicht möglich, übernimmt ein DD-Broker entweder die Gegenposition oder leitet die Order an einen anderen Liquiditätsanbieter weiter.

Ein DD-Broker zahlt gewinnende Trades in der Regel direkt aus seinem eigenen Konto. Entsprechend verdient ein solches Brokerhaus Geld, wenn seine Kunden ihre Positionen mit Verlust schließen – und umgekehrt.

Dies ist bei No-Dealing-Desk-(NDD)-Brokern nicht der Fall, die auf Straight-Through-Processing-(STP)- oder Electronic-Communication-Network-(ECN)-Technologien zurückgreifen, um die Orders ihrer Kunden direkt an andere Liquiditätsanbieter weiterzuleiten.

Dadurch erhalten Trader direkten Zugang zum Interbankenmarkt, auf dem ihre Orders schneller und zu besseren Preisen ausgeführt werden. Ein NDD-Broker fungiert im Wesentlichen als Brücke zwischen seinen Kunden und den Liquiditätsanbietern.

Bei der Zusammenarbeit mit einem NDD-Broker gibt es keine Requotes. Der Trader hat Zugang zu mehreren Liquiditätspools, was es ihm ermöglicht, die besten Geld- und Briefkurse zu erhalten. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass NDD-Broker zusätzliche Kommissionen dafür berechnen, dass sie die Spreads der Liquiditätsanbieter an die Kunden weitergeben.

Elektronische Kommunikationsnetzwerke (ECN)

how ecn network works

ECN-Broker stützen sich bei ihrer Tätigkeit auf elektronische Kommunikationsnetzwerke (ECN). Ein ECN ist ein digitales System, das Kauf- und Verkaufsorders für Finanzprodukte automatisch miteinander abgleicht. Forex-Währungspaare und Aktien sind die beiden am häufigsten über dieses computergestützte Netzwerk gehandelten Produkte.

Zu den bekanntesten elektronischen Kommunikationsnetzwerken zählen bis heute der Prototyp Instinet (Ende der 1960er-Jahre gestartet), NYSE Arca und SelectNet. Einige dieser Systeme sind für institutionelle Anleger gedacht, während andere speziell für Privatanleger entwickelt wurden.

Das ECN verbindet große Broker, einzelne Trader und Liquiditätsanbieter und ermöglicht ihnen, Geschäfte direkt untereinander abzuwickeln, ohne die Dienste von Zwischenhändlern in Anspruch zu nehmen. Dies gewährleistet ein hohes Maß an Anonymität für Trader, die ECN-Broker nutzen.

Ein weiterer Vorteil des ECN besteht darin, dass es Anlegern ermöglicht, außerhalb der üblichen Handelszeiten zu handeln. Dies ist eine ausgezeichnete Lösung für Personen, die während der regulären Handelszeiten nicht aktiv am Markt teilnehmen können oder sich eine größere Verfügbarkeit und mehr Flexibilität wünschen.

Das ECN-Modell bietet Privattradern mehrere weitere Vorteile, darunter niedrigere Spreads, eine schnellere Orderausführung, eine verbesserte Liquidität und höhere Preistransparenz. Zudem können Finanzinstitute durch ECN ihre Gesamtkosten senken, da der manuelle Aufwand reduziert wird.

Straight-Through-Processing (STP)

how stp works

Viele große Finanzinstitute und Konzerne nutzen die Straight-Through-Processing-(STP)-Methode. STP-Systeme ermöglichen vollständig automatisierte Finanztransaktionen ohne manuelles Eingreifen – daher der Name „Straight-Through-Processing“.

Solche Systeme wurden Anfang der 1990er-Jahre erstmals entwickelt und waren ursprünglich für den Einsatz an den Aktienmärkten gedacht. Der größte Vorteil von STP besteht darin, dass es Zeit spart. Der gesamte Handelszyklus – von der Auftragserteilung bis zur endgültigen Abwicklung – wird automatisch und ohne menschliches Eingreifen abgewickelt.

Orders werden in Echtzeit verarbeitet. Sie werden direkt vom Trader an verschiedene Liquiditätsanbieter im Interbankenmarkt gesendet, ohne dass der Broker eingreift. Die Orders der Trader werden zu besseren Preisen ausgeführt, weil sie direkten Zugang zum Interbankenmarkt haben.

Die Orders laufen nicht über Dealing Desks. Stattdessen leitet der STP-Broker sie „straight-through“ an verschiedene Liquiditätsanbieter wie Banken oder größere Brokerhäuser weiter. Dadurch werden Requotes und Verzögerungen bei der Orderausführung verhindert. Das STP-System bietet mehrere Vorteile, darunter kürzere Bearbeitungszeiten, ein verringertes Abwicklungsrisiko und geringere Betriebskosten.

STP-Broker erklärt

stp brokers explained

STP-Broker sind weniger verbreitet, werden von vielen Tradern jedoch nach wie vor als beste Wahl betrachtet – und das aus gutem Grund. Interessanterweise vereinen sie Eigenschaften von ECN-Brokern und Market Makern. Ihre Funktionsweise ist etwas komplex, daher sollten Sie aufmerksam weiterlesen, wenn Sie mehr über STP-Broker und ihre Arbeitsweise erfahren möchten.

Wenn ein Forex-Broker ein Straight-Through-Processing-System verwendet, leitet er die Orders der Trader direkt an verschiedene Liquiditätsanbieter im Interbankenmarkt weiter. Dabei kann es sich um Großbanken, Kontrahenten, große Investmentgesellschaften oder Hedgefonds handeln. Ein STP-Broker verbindet Trader direkt mit dem Interbankenmarkt.

Es sind keine Zwischenhändler beteiligt, da die Orders der Kunden nicht über ein Dealing Desk laufen. Das Fehlen eines Mittelsmanns beseitigt Verzögerungen bei der Ausführung der Orders und die Notwendigkeit von Requotes. Da Kunden direkten Marktzugang haben, werden ihre Orders zu den wettbewerbsfähigsten Preisen ausgeführt.

Damit stellt sich die Frage, wie STP-Broker ihr Geld verdienen. Die Antwort: Sie schlagen auf die Bid-Ask-Spreads ihrer Liquiditätsanbieter einen nominalen Aufschlag auf. STP-Broker bieten variable Spreads, die von den Marktbedingungen abhängen, während der Aufschlag in der Regel fest ist.

STP-Broker ermöglichen es ihren Kunden außerdem, auch während der Veröffentlichung wichtiger Finanznachrichten zu handeln – etwas, das für Dealing-Desk-Market-Maker in der Regel nicht gilt. Dies macht STP-Broker in Kombination mit der blitzschnellen Orderausführung zur idealen Wahl für Scalper und News-Trader.

Hier besteht eine größere Anonymität und kein Interessenkonflikt. STP-Broker bündeln Kauf- und Verkaufskurse verschiedener Liquiditätsanbieter und fügen den zuvor erwähnten nominalen Aufschlag hinzu. Ein Trader platziert eine Order, und das Brokerhaus leitet sie an einen seiner Liquiditätsanbieter weiter und behält den Gewinn aus dem geringen Unterschied im Spread.

Das STP-System sortiert die Kauf- und Verkaufskurse vom besten zum schlechtesten und wendet dann den Aufschlag an. Erhöhen die Liquiditätsanbieter ihre Spreads, reagiert der STP-Broker dementsprechend, indem er seine Spreads mit einem größeren Aufschlag ausweitet.

Anleger handeln im Grunde gegen andere Marktteilnehmer und nicht gegen das Brokerhaus, das von den Verlusten seiner Kunden nicht profitiert. Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall: Verlieren die Kunden eines STP-Brokers zu viel Geld, werden sie aufhören, neue Orders zu platzieren, und der Broker kann nicht mehr kontinuierlich am Markt verdienen.

Warum Forex-Broker das STP-Modell bevorzugen

things to considerSie können sich vermutlich vorstellen, warum immer mehr Trader STP-Broker bevorzugen. Die Vorteile des Modells aus Sicht der Trader liegen auf der Hand. Allerdings sind Straight-Through-Processing-Systeme auch für Broker aus mehreren Gründen vorteilhaft.

Der erste und überzeugendste Grund betrifft die Senkung der Betriebskosten. Die Nutzung eines STP-Systems ist häufig kostengünstiger als der Betrieb eines Dealing Desks, da der Broker Personalkosten einspart.

Auch beim Risikomanagement fällt weniger Aufwand an, da ein STP-Broker die Orders der Trader lediglich an seine Liquiditätsanbieter weitergibt. Unerwartete Marktbewegungen wirken sich daher nicht direkt auf den Broker selbst aus.

Das STP-Modell bedeutet für Broker weniger Kopfschmerzen. Sie müssen sich nicht um wichtige Nachrichtenveröffentlichungen und unerwartete, negative Kursbewegungen sorgen. Ähnlich wie Trader sind auch Brokerhäuser den Marktbedingungen ausgeliefert. In der Regel haben es Market Maker, die ihre eigenen Kauf- und Verkaufskurse stellen, im Umgang mit volatilen Marktphasen leichter als in ruhigeren Zeiten.

Dennoch ist es für einen DD-Broker schwierig, verlässliche Umsatzprognosen zu erstellen, da er niemals mit absoluter Sicherheit wissen kann, wann und in welchem Ausmaß sich Marktpreise bewegen werden. Für einen STP-Broker stellt dies kein Problem dar, da seine Einnahmen in der Regel unabhängig von ungünstigen Kursbewegungen und schlechten Marktbedingungen relativ stabil bleiben.

Menschliche Fehler bei der Orderausführung sind ebenfalls ausgeschlossen, wenn ein vollständig automatisiertes STP-System eingesetzt wird. Über ein STP-System werden Orders schneller ausgeführt, was zu einer besseren Erfahrung für die Kunden führt. Von dieser höheren Kundenzufriedenheit profitieren wiederum die STP-Broker selbst.

Solche Brokerhäuser profitieren von den Aufschlägen auf die Spreads und nicht von den Verlusten ihrer Kunden, wie dies bei Market Makern üblich ist. Sind die Kunden mit dem Gesamtservice zufrieden, werden sie weiterhin auf der jeweiligen STP-Plattform handeln und dem Broker durch die Aufschläge einen stetigen Umsatz verschaffen.

Vorteile des STP-Modells aus Sicht der Trader

Nicht nur Broker profitieren von Straight-Through-Processing-Systemen. Auch für Trader bietet das STP-Modell zahlreiche Vorteile. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Pluspunkte des Tradings mit einem STP-Broker zusammen.

  • Es besteht kein Interessenkonflikt, da die Orders der Trader auf andere Weise ausgeführt werden. Im Gegensatz zu Market Makern müssen STP-Broker nicht auf Hedging zurückgreifen, also keine Positionen eingehen, die denjenigen ihrer Kunden entgegengesetzt sind. Statt von den Verlusten der Kunden zu profitieren, erzielen Broker, die dieses Modell nutzen, ihre Einnahmen aus den kleinen Kommissionen (dem Aufschlag), die sie für jeden Trade berechnen.
  • Das STP-System sorgt für ein höheres Maß an Anonymität, da es Trader direkt mit den Liquiditätsanbietern verbindet, mit denen der Broker zusammenarbeitet. Dadurch erhalten Kunden sofortigen Zugang zu mehr Liquidität und besseren Interbankenpreisen. Dies ist besonders vorteilhaft für Scalper, die sich nicht mit Problemen wie Slippage und Requotes auseinandersetzen müssen. Auch News-Trader profitieren davon. Die Marktposition eines Market Makers steigt nach wichtigen Nachrichtenveröffentlichungen über bestimmte vordefinierte Schwellen hinaus, was dazu führen kann, dass er einige Kundenorders ablehnt. Ein News-Trader bleibt diesen Unannehmlichkeiten erspart, wenn er bei einem STP-Broker handelt.
  • STP-Broker verschaffen Tradern einen tieferen Zugang zu den Märkten. Unternehmen, die auf dieses Modell setzen, bündeln Marktpreise mehrerer Liquiditätsanbieter. Dies führt zu einer besseren Orderausführung, größerer Transparenz und wettbewerbsfähigeren Preisen für die Kunden.
  • Orders werden schneller ausgeführt, da sie nicht über ein Dealing Desk laufen. Alles wird automatisch durch das System verarbeitet, wodurch Verzögerungen und die Notwendigkeit von Requotes entfallen.

ECN-Broker erklärt

ecn brokers explained

Wie STP-Handelsplattformen verschaffen auch ECN-Broker Tradern direkten Zugang zum echten Interbankenmarkt. Das bedeutet, dass sich die Gewinne und Verluste des Brokers nicht nach dem Erfolg der Trader richten. Stattdessen verdienen ECN-Broker ihr Geld über Kommissionen.

Das elektronische Kommunikationsnetzwerk verbindet Trader direkt mit den Liquiditätsanbietern des Brokers. In Bezug auf die Ausführung funktioniert es identisch zu einem STP-System. Sie handeln nicht gegen Ihren Broker, sondern gegen andere Marktteilnehmer wie Bankinstitute, größere Brokerhäuser, Hedgefonds, private Trader und so weiter.

All diese Marktteilnehmer handeln im Grunde gegeneinander, indem sie einander ihre besten Kauf- und Verkaufskurse anbieten. Dadurch erhalten die Kunden von ECN-Brokern Zugang zur Markttiefe, was eine Manipulation der Marktpreise unmöglich macht. Die Markttiefe umfasst sämtliche quotierten Preise für einen bestimmten Markt sowie das vorgesehene Handelsvolumen für jede Bid-Ask-Stufe.

Trader können ihre Preise zur Orderausführung mit denen anderer Marktteilnehmer vergleichen, die Zugriff auf denselben Kursfeed haben. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Liquiditätsanbieter um höhere Handelsvolumina konkurrieren, was sie dazu motiviert, bessere Kurse anzubieten. ECN-Orders werden zu den wettbewerbsfähigsten Preisen ausgeführt; reicht die Liquidität für eine vollständige Ausführung nicht aus, werden die zweitbesten Preise verwendet.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen ECN- und STP-Brokern besteht darin, dass Erstere nicht auf Bid-Ask-Spreads oder Aufschläge angewiesen sind, um Einnahmen zu erzielen. Stattdessen verdienen sie, indem sie den Kunden für jede eröffnete Position eine nominale, feste Kommission berechnen. In den meisten Fällen beträgt diese Kommission 10 $ pro Round Lot, kann je nach verschiedenen Faktoren jedoch auch niedriger oder höher ausfallen.

Der Verzicht auf Aufschläge führt zu ultraengen Spreads, die bis nahe an null Pips heranreichen können. Ähnlich wie ihre STP-Pendants stellen ECN-Broker ausschließlich variable Spreads. Feste Spreads sind in einem solchen Umfeld unmöglich, da die Preise aus vielen verschiedenen Liquiditätsquellen aggregiert werden. Dies macht echte ECN-Broker leicht erkennbar – Sie müssen lediglich auf variable Spreads achten.

Beachten Sie, dass ECN-Broker sehr hohe Anforderungen an Mindesteinzahlungen und Lotgrößen stellen. Das macht sie für die meisten Retail-Kunden und Kleinanleger ungeeignet. Es ist inzwischen üblich, dass ECN-Broker eine Mindesthandelsgröße von einem Mini-Lot vorschreiben, das 1/10 eines Standard-Lots entspricht. Die Mindesteinzahlungen liegen in einigen Fällen zwischen 50.000 $ und 100.000 $.

Vorteile von ECN-Brokern

Trotz der höheren Mindesteinzahlungen und größeren Lotgrößen, die ECN-Broker verlangen, werden sie für viele Trader zur bevorzugten Wahl, da sie zahlreiche Vorteile bieten, unter anderem die folgenden:

  • Die Interessen von Kunden und Brokern sind perfekt aufeinander abgestimmt, da ECN-Broker niemals gegen ihre Kundschaft handeln. Ihre Orders werden mit denen anderer Marktteilnehmer gematcht. Der ECN-Broker fungiert lediglich als Vermittler zwischen den Teilnehmern. Ob Ihre Trades Gewinn oder Verlust machen, ist unerheblich, da der Broker über die von ihm erhobenen Kommissionen verdient. Für einen ECN-Broker ist es sogar von Vorteil, wenn seine Kunden Geld verdienen: So können sie ihre Konten ausbauen und mit größeren Volumina handeln, wovon der Broker wiederum profitiert.
  • Mit ECN-Brokern ist eine Manipulation der Marktpreise nicht möglich, was für faire und vollständig transparente Handelsbedingungen sorgt. Der Grund: Solche Brokerhäuser zeigen Marktpreise verschiedener Liquiditätsanbieter an, statt – wie Market Maker – eigene Bid-Ask-Preise festzulegen. ECN-Kunden haben außerdem direkten Zugang zur Markttiefe, was die Transparenz zusätzlich erhöht.
  • Trades werden sofort und zu deutlich engeren Spreads ausgeführt als denen, die Market Maker anbieten. Viele verschiedene Liquiditätsanbieter konkurrieren um Handelsaufträge. Dies motiviert sie, die jeweils engstmöglichen Kurse zu stellen, um Trader für sich zu gewinnen und der Konkurrenz voraus zu sein.
  • Der Zugriff auf Interbankenpreise in Echtzeit verhindert das Auftreten von Requotes – ein häufiges Problem für Nutzer von Market-Maker-Diensten. Requotes wirken sich negativ auf die langfristige Trading-Performance aus. Sie treten in der Regel auf, wenn ein Broker die Ausführung einer Order aufgrund von Kursänderungen des gehandelten Basiswerts ablehnt. Die von Market Makern angebotenen Requotes fallen selten zum Vorteil der Trader aus.

Forex-Broker, die NDD- und DD-Modelle kombinieren

dd and ndd brokersEinige Forex-Broker setzen auf eine Kombination aus NDD- und DD-Modellen, da sie so ein breiteres Spektrum an Kundenwünschen abdecken können. Häufig bieten solche Unternehmen ihren Kunden sowohl ECN- als auch STP-Kontotypen an und agieren gleichzeitig weiterhin als Market Maker.

Professionelle Marktteilnehmer und Trader mit größeren Volumina können ECN-Konten eröffnen. Die Trades von Privatanlegern mit kleineren Volumina müssen hingegen weiterhin über ein Dealing Desk abgewickelt werden, da große Liquiditätsanbieter in der Regel kein Interesse daran haben, sehr kleine Handelsvolumina zu bedienen.

Auf diese Weise können sich hybride Brokerhäuser auf andere wichtige Bereiche wie Kundenservice, Marktanalysen und Schulungsangebote konzentrieren. Die Kombination aus ECN und STP fördert zudem die vollständige Automatisierung von Ordererfassung, Orderausführung und Spread-Bepreisung.